Projekt 2026
infos
tagungsZeitraum
vom 29.08. bis zum 12.09.2026
Anreise ist zwischen 16 und 17 Uhr
Abreise erfolgt selbständig nach dem Abschlusskonzert in Stuttgart
Infos zum Tagungsablauf findet ihr hier
Unterbringung
Gutenhalde Stuttgart
Die Probenphase findet auch 2026 in den Räumlichkeiten der Freien Waldorfschule Gutenhalde statt, die uns freundlicherweise ihr wunderschönes Schulgelände zur Verfügung stellt. Für den Zeitraum der Proben verwandelt sich so der große Saal zum Probenraum oder abends auch gerne mal in eine Tanzfläche oder ein Casino. Einige Klassenzimmer werden zu gemütlichen Schlafräumen mit Matratzenlager, die anderen werden zu Probenräumen für Stimmproben oder Einzelproben.
Die Schule ist zwar kein 5-Sterne-Hotel, aber ordentliche Sanitäranlagen (Duschen, Bäder, Toiletten) sind vorhanden.
Teilnahmebedingungen
Aufsichtspflicht des Orga-teams
Tagungsregeln
Sowohl während der Probentagung als auch auf der Tour…
…ist die Teilnahme an den Proben obligatorisch, Freizeitangebot und Rahmenprogramm sind freiwillig.
…gilt die Hausordnung des jeweiligen Aufenthaltsortes.
…ist der Konsum von Alkohol und Drogen ausdrücklich verboten.
…besteht ein beschränkter Versicherungsschutz über die Mitgliedschaft der Jungen Waldorf-Philharmonie bei der Jeunesses Musicales. Wir empfehlen trotzdem eine persönliche Haftpflichtversicherung sowie die Versicherung der Instrumente.
…solltet ihr krankenversichert sein, auch im Ausland.
…ist den Anweisungen und Vorgaben des OrgaTeams Folge zu leisten.
…ist das Rauchen nur in gekennzeichneten Bereichen gestattet. Für Minderjährige herrscht absolutes Rauchverbot!
…solltet ihr auch nachts in der Unterkunft bleiben auch wenn ihr bereits volljährig seid.
…sind miese Laune, Stress und Konflikte fehl am Platz.
Im Falle der Nichteinhaltung dieser Regeln kann der/die Teilnehmer*in sofort von der Organisationsleitung auf eigene Kosten und ohne Anspruch auf Rückerstattung der Teilnahmegebühr nach Hause geschickt werden. Zusätzlich können Kosten für einen evtl. Ersatz entstehen.
programm
Richard Wagner: Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“
Richard Wagner wurde als neuntes Kind von Carl und Johanna Wagner am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren. Seine Mutter stammte aus einer Bä-ckersfamilie, sein Vater hatte eine Stelle bei der Polizei. Er starb jedoch kurz nach Wagners Geburt und auch der Dichter Ludwig Geyer, den seine Mutter danach heiratete, starb nach wenigen Jah-ren. Mit 16 Jahren fand er in seinem Onkel Adolph Wagner, einem Philologen, der Kontakt zu Goethe hatte, ein Vorbild. Bei ihm lernte er Shakespeare und romantische Dichter kennen und erlebte Beethovens Oper Fidelio. Ab diesem Zeitpunkt stand für ihn fest, dass er Musiker werden wollte.
Ab 1831 studierte Wagner Musik in Leipzig und nahm Kompositionsunterricht beim Thomaskan-tor Christian Theodor Weinlig. In den folgenden Jahren hatte er verschiedene Anstellungen als Dirigent und komponierte seine ersten erfolgrei-
Er begann nach gescheiterter Ehe, eine Beziehung mit Cosima von Bülow, geb. Liszt, und bekam mit ihr ab 1865 mehrere Kinder und heiratete sie 1870.
Wagner hatte enge Freundschaften zu Franz Liszt und Friedrich Nietzsche, die sein Schaffen stark beeinflussten, und war ein enger Freund und Berater des damals jungen König Ludwigs Il., welcher ihn sehr bewunderte.
Die Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“, uraufgeführt 1845 in Dresden, gehörte zu den ersten Opern, mit denen Richard Wagner sich einen Namen als Komponist machte. Die Oper hat ihn über Jahrzehnte begleitet, er änderte sie mehrmals vollständig, um neuen Anforderungen einzelner Opernhäuser gerecht zu werden.
Die Oper verbindet zwei voneinander unabhängige Sagen, die Wagner zu einer Handlung verschmolzen hat. Die eine Sage berichtet von Tannhäuser, der im Venusberg geweilt und damit eine Sünde begannen hat, die so gravierend ist, dass ihm nicht einmal mehr der Papst verzeihen kann. Die andere Sage berichtet von Heinrich von Ofterdin-gen, der als Minnesänger an einem in Gewalt ausufernden Sängerwettstreit auf der Wartburg teilgenommen hat. Aus den beiden Sagen entsteht ein exzellenter Opernstoff, in dem Tannhäuser und Heinrich eine Person sind und in dem es um lebenslange Liebe, Sünde und Vergebung geht.
Die Ouvertüre beginnt mit einem Bläserchoral, einer ernsten und majestätischen Melodie, Thema der Pilger, denen sich Heinrich anschließt.
Die Musik schwillt an und wird in das Thema der Vergnügungen des Venusbergs übergeleitet, das mit seinen schimmernden Holzbläsern und Streichern einen starken Kontrast bildet und aus welchem sich das Loblied Tannhäusers auf Venus entwickelt. Aus dem Treiben erhebt sich wieder der Choral der Pilger, mit dem die Ouvertüre en-det. Sie enthält damit eine große Bandbreite an Stimmungen, von ernstem, heiligem Büßen bis hin zu ekstatischer Wollust und ist eine tolle Vorbereitung auf einen ebenso abwechslungsreichen Konzertabend.
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3, c-Moll, Op. 37
Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn in die musikalische Familie van Beethovens hinein-geboren. Sein Vater erkannte früh, dass er hoch-begabt war und wollte aus ihm ein Wunderkind nach Mozarts Vorbild machen. Deshalb erhielt er bereits im Alter von vier Jahren seinen ersten Klavierunterricht und daraufhin eine umfassende musikalische Ausbildung.
Mit 17 Jahren unternahm er eine Reise nach Wien, um Mozart zu treffen und bei ihm Unterricht zu nehmen. Wahrscheinlich haben sie sich jedoch nie getroffen, auch, weil Beethoven zurück nach Bonn zu seiner todkranken Mutter musste.
Nach ihrem Tod kümmerte er sich um die Familie, da sein Vater sich in einer Alkoholsucht verlor. Von 1792 bis 1794 war er in Wien Kompositionsschü-ler bei Joseph Haydn, wo er durch seine Begabung Kontakte zu dem höchsten Adel erhielt.
Zwischen 1802 und 1812 komponierte Beethoven in seiner produktivsten Phase fünf Sinfonien (2.-
6.) und viele Stücke für Klavier, Geige und auch Streichensemble. In der gleichen Zeit zeigten sich jedoch die ersten Anzeichen für eine Hörschwä-che, die sich bis zur völligen Taubheit entwickeln sollte. So war er bei der Komposition der berühmten 9. Sinfonie von 1815 bis 1824 völlig taub.
Die Taubheit hinderte ihn offensichtlich nicht am Komponieren, stürzte ihn jedoch in eine tiefe Kri-se. durch die er oft sehr launisch war und sich am liebsten aus dem gesellschaftlichen Leben
Ludwig van Beethoven starb am 26. März 1827
nach langer Krankheit an Leberzirrhose.
Beethoven zählt zu den bedeutendsten Kompo-nisten, weil seine Musik etwas radikal Neues war.
Auch wenn er klassische Komponisten vor ihm, wie zum Beispiel Mozart, sehr bewunderte, so brach er im Laufe seiner Entwicklung mit dem klassischen Stil durch neue Harmonik und viel extremere Laustärkeunterschiede. Er öffnete mit seiner neuen Stilrichtung die Tore für die romantische Epoche.
Die ersten Skizzen für sein 3. Klavierkonzert in c-Moll fertigte Beethoven schon 1796 an, wirklich komponiert hat er es zwischen 1800 und 1803 Dennoch wurde es nicht fertig bis zur Urauffüh-rung, er hatte es nur geschafft, den Orchesterpart auszuarbeiten und spielte den Solopart aus dem Kopf bis auf wenige unverständliche Notizen.
Der 1. Satz beginnt mit einer düsteren Melodie des Orchesters die sich jedoch aufhellt und weiterentwickelt und dann vom Klavier aufgegriffen wird. Der 2. Satz ist sehr ruhig und lyrisch und bietet Entspannung nach dem elektrisierenden und ahnungsvollen 1. Satz und holt tief Luft für einen rastlosen und virtuosen 3. Satz, in dem sich Orchester und Klavier mit ihren Einwürfen und Passagen abwechseln. Trotz leichter und fröhlicher Teile kehrt das Konzert immer wieder zu seinem launischen und oft dunklen Ton zurück und überrascht den Zuhörer immer wieder aufs Neue.
Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Sinfonie Nr. 6, h-Moll, op. 74 „Pathétique"
Pjotr Iljitsch Tschaikowski wurde 1840 in Wotkinsk im Russischen Kaiserreich als eins von sechs Kindern des Bergbauingenieurs Ilja Tschaikowski geboren. Er erhielt bereits mit vier Jahren Klavier-unterricht und war sehr begabt, dennoch war der Beruf des Musikers in der damaligen Zeit nicht sonderlich angesehen und deshalb ging er ab 1849 auf ein juristisches Internat, das ihn auf eine Beamtenlaufbahn vorbereiten sollte. Er erhielt jedoch währenddessen privat Klavierunterricht von Rudolph Kündiger. 1859 bekam er eine Anstellung als Sekretär im Justizministerium, gab sie aber bald wieder auf, nahm ab 1861 Kompositions-unterricht bei Anton Rubinstein und begann 1866 am Moskauer Konservatorium Harmonielehre zu unterrichten, weil er Geld brauchte. Er heiratete
1877 Antonia Miljukova. Da er aber homosexuell war, war diese Ehe rein zweckmäßig und nicht glücklich.
Zwischen 1878 und 1885 unternahm er viele Auslandsreisen und begann ab 1887, seine Werke selbst zu dirigieren. Durch seine vielen Konzertreisen durch ganz Europa waren er und seine Werke schnell bekannt und sehr beliebt. Er erhielt Orden und Ehrungen in ganz Europa und wird bis heute in Russland als Nationalheld gefeiert. Tschaikowski starb am 25. Oktober 1893 sehr unerwartet in Sankt Petersburg. Seine Todesursache konnte nicht abschließend geklärt werden.
Tschaikowski hat seine 6. Sinfonie mit dem Beinamen „Pathétique“ 1893 fertiggestellt. Sie ist seine letzte Sinfonie und wird von vielen als Abschied seinerseits gelesen, auch wenn es keine eindeutigen Beweise dafür gibt.
Die Einleitung des 1. Satzes beginnt düster mit dem Thema im Fagott mit den tieferen Streichern als Begleitung. Die hohen Streicher und Bläser greifen dieses Motiv auf und verwandeln es in eine rastlose Melodie. Der 1. Satz hat auch lyrische und hellere Seiten, die jedoch immer von einer Sehnsucht durchzogen sind. Genau zur Mitte des Satzes kommt die Musik beinahe zum Erliegen und die Stille wird von einem gewaltigen Schlag durchbrochen, von dem sich die Musik erst ganz am Ende wieder erholt.
Der 2. Satz steht in einem 5/4-Takt, der in der russischen Volksmusik durchaus üblich ist, jedoch hier erstmals in einer Sinfonie vorkommt. Trotz dieses „hinkenden Metrums“ ist der Satz leicht und tänzerisch und erinnert an einen Walzer. Das Marschthema des 3. Satzes versteckt sich zunächst hinter huschenden Streichern, gewinnt jedoch immer mehr die Oberhand und wird schließlich vom gesamten Orchester gespielt.
Der 4. Satz kehrt wieder zurück zu der Sehnsucht und der Dramatik des 1. Satzes. Die Streicher beginnen mit einem absteigenden Thema, das sich durch den ganzen Satz zieht und die Melancholie betont. Die Sinfonie endet – wie sie begonnen hat
– mit den tiefen Registern, düsteren Klängen.
solistin
Der/die Solist*in wird demnächst bekannt gegeben.
Sophia Weidemann
Die 1994 in Filderstadt geborene Pianistin Sophia Weidemann begann ihre musikalische Ausbildung am Klavier im Alter von 10 Jahren. Bereits fünf Jahre später wurde sie Jungstudentin an der Musikhochschule in Stuttgart in der Klasse von Prof. Florian Wiek.
Ausgebildet an der Musikhochschule in Stuttgart, der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und der Jāzeps Vītols Akademie für Musik in Riga schloss sie ihr Bachelor- und Masterstudium jeweils mit Bestnote ab.
2020 wurde sie zum Konzertexamen zugelassen, einem postgradualen Studium, das der Ausbildung hochbegabter Studierender dient und in dem sie von Prof. Péter Nagy und Prof. Florian Wiek betreut wurde. Die Goldberg-Variationen sowie das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms
waren Teil ihrer Abschlussprüfungen. Für ihre Interpretation dieser zwei Meisterwerke erhielt Sophia Weidemann von der Kommission das Prädikat mit Auszeichnung bestanden.
Wichtige künstlerische Impulse bekam sie zudem von Alfred Brendel, der sie beim Virtuoso e Belcanto Festival unterrichtete.
Sophia Weidemann ist ausgezeichnete Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe sowohl als Solistin als auch als Kammermusikerin. Mit ihrem Kammermusik-Ensemble Kyklos Chambers gewann sie im Sommer 2022 den 1. Preis beim Virtuoso e Belcanto Festival in Italien. Als Solistin gewann sie erste Preise beim Internationalen Alexander Scriabin Wettbewerb in Paris (2019) und beim Béla Bartók Klavierwettbewerb in Wien (2015).
Darüber hinaus ist sie Stipendiatin von Live Music Now, vom Lyceum-Club Stuttgart, der Helga Drews Stiftung sowie Jeunesses Musicales Deutschland.
2024 erschien ihre erste CD mit Werken von Fanny Hensel bei GENUIN und erhielt glänzende Kritiken. Auf dieser Einspielung verbindet sie Musik und Sprache – eine Leidenschaft, die auch ihre Konzerte besonders auszeichnet. Die Augsburger Allgemeine Zeitung schreibt, dass die Musik von Sophia Weidemann so meisterhaft gespielt ist, als flösse sie direkt vom Herzen in die Tasten. Außerdem ist sie Teil einer Dokumentation über Fanny Hensel, produziert von ARTE.
Im September 2025 erschien ihre zweite CD mit den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach beim Label GENUIN. Das Album wurde nominiert für die Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik.
Aart van der Wal schrieb in OpusKlassiek: Ihre Interpretation fesselt den Zuhörer eineinhalb Stunden lang. […] Das Ergebnis ist ein Album, das sowohl den Kopf als auch das Herz tief berührt. Im Fono Forum schreibt Ingo Harden: Sophia Weidemann überrascht. […] Mit einem Wort: Man kann die „Goldbergs“ kaum perfekter und prägnanter, beherrschter spielen als sie.
Konzerte
09.09.26 | 19:00 Uhr | Hamburg | Rudolf-steiner-schule Bergstedt
Für dieses Konzert werden keine Tickets verkauft.
Wir freuen uns über Spenden.
10.09.26 | 19:00 Uhr | Köln | Hochschule für musik und tanz
Für dieses Konzert werden keine Tickets verkauft.
Wir freuen uns über Spenden.
12.09.26 | 19:00 Uhr | stuttgart | liederhalle hegelsaal
Tickets ab 10€